| Ort der Ausführung: | Elsteraue, Sachsen-Anhalt, Deutschland, Europa |
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| Ausführungszeit seit: | 2023 |
Projektbeschreibung:
Die CE Biobased Chemicals GmbH (CEBC), ein Tochterunternehmen der Südzucker AG, errichtet im Chemie- und Industriepark Zeitz eine Anlage zur Produktion von Etylacetat aus biologischen Rohstoffen und Rest- und Abfallstoffen. Der künftige Standort der Anlagen befindet sich im Ökologischen Großprojekt Zeitz, welches nach jahrzehntelanger industrieller Nutzung als Hydrierwerk, und trotz umfangreicher Sanierungsmaßnahmen auch heute noch durch erhebliche Boden- und Grundwasser-kontaminationen beeinträchtigt ist. Die frühere Benzolfabrik, einer der Kontaminationsschwerpunkte, befand sich inmitten der für die Neuansiedlung der CEBC vorgesehenen Flächen. Obwohl hier bereits 2010/2011 eine umfangreiche Quellensanierung stattfand, sind erhebliche Schadstoffmengen, vor allem leicht flüchtiges Benzol, im Untergrund verblieben.
Für die Vorbereitung der Neuansiedlung waren auf einer Fläche von über 10 Hektar Arbeiten zur Baufeldvorbereitung nötig, vor allem Tiefenenttrümmerung, Kampfmittelsondierungen und Bodenverbesserungsmaßnahmen. Die schwierigen geotechnischen Bedingungen erfordern zum Teil eine Gründung der künftigen Gebäude und technischen Anlagen mittels Bohrpfählen, welche bis weit in den grundwassergesättigten und auch heute noch schadstoffbelasteten Untergrund reichen. Ein großer Teil der Tiefbaumaßnahmen war nur mit erheblichen besonderen Sicherheitsvorkehrungen realisierbar. Dies umfasste beispielsweise eine sensible und aufwändige messtechnische Überwachung und organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Atemschutz. Ein großer technischer Aufwand war nötig, um die anfallenden gefährlichen Abfälle (kontaminiertes Bohrgut, Erdaushub und dergleichen) schadlos aufzunehmen, zu transportieren und zu entsorgen. Dabei kamen zeitweise gasdichte Deckelcontainer zum Einsatz, besonders stark belastetes Material musste zunächst in ein genehmigtes Sonderabfallzwischenlager gebracht werden.
Nicht nur die hoch schadstoffbelasteten Materialen stellten den Bauherren vor Herausforderungen. Auch der für die Kampfmittelfreigabe nötige Aushub von weit mehr als 100.000 m³ niedrig oder unbelasteten Böden im Zuge der Baumaßnahme bedurfte einer besonderen Behandlung: Aufgrund des Inkrafttretens der neuen Ersatzbaustoffverordnung während der Bauausführung mussten zunächst erst die bodenschutzrechtlichen Bedingungen geschaffen werden, um eine externe Entsorgung der beim Aushub anfallenden mineralischen Materialien zu vermeiden.
In enger Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Behörden und Gutachtern wurde auf der Grundlage eines Sanierungskonzepts eine Öffentlich Rechtliche Vereinbarung über den Umgang mit den Altlasten, und insbesondere über die Nutzung des Aushubmaterials direkt am Standort geschlossen. Neben der Einsparung erheblicher Ressourcen für die externe Materialentsorgung und sonst benötigtes Liefermaterial zur Baugrubenverfüllung wurden so auch Kosteneinsparungen in Höhe mehrerer Mio. € möglich.
Vorsorglich werden Gebäude und technische Anlagen gegen verbleibende Schadstoffbelastungen im Untergrund mittels gasdichter Bodenplatten und darunter befindlichen Bodenluftdrainagen geschützt. Damit wird künftig die weitgehend uneingeschränkte und vor allem von den Altlasten unbeschadete Standortnutzung sichergestellt.
Die Maßnahmen zur altlastenbedingten Gefahrenabwehr im Rahmen der Investitionsmaßnahme der CEBC wurden vom Land Sachsen-Anhalt mit deutlich über 1 Mio. € öffentlich mitfinanziert.
Arcadis kümmerte sich als Projektmanager Altlasten um die Koordinierung all der Arbeiten, bei denen im Zuge der Baumaßnahme Boden- oder Grundwasserbelastungen eine Rolle spielten. Es wurden Abfallmanagementkonzepte erstellt, Sanierungs- und Durchführungskonzepte entwickelt und Kostenoptimierungen initiiert, um eine möglichst störungsfreie und hinsichtlich der Schadstoffbelastungen gefahrlose Baudurchführung und Nachnutzung zu gewährleisten. Übernommen wurde durch Arcadis außerdem das Behördenengineering mit den zuständigen Bodenschutz-, Abfall- und Altlastenbehörden.
Nach Abschluss der altlastenbezogenen Tiefbauarbeiten im Jahr 2025 gehen die neuen Produktionsanlagen der CE Biobased Chemicals GmbH im Jahr 2026 in Betrieb. Sie ergänzen den Industriestandort Zeitz um eine komplexe und umweltfreundliche Produktionsstätte. Damit wird ein weiterer großer Schritt absolviert, die Flächen des früheren Hydrierwerkes Zeitz von der einst kohlebasierten Kraftstoffproduktion zu einem modernen Chemie- und Industriepark zu entwickeln.
Erbrachte Leistungen:
| Schadstoffe: | Benzol |
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| Transport: | LKW |
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| Tonnage: | 100.000 to |
| Medien: | Boden |
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