Der Standort des ehemaligen Hydrierwerks Zeitz (Produktionszeitraum 1939–1995) ist durch eine jahrzehntelange industrielle Nutzung mit raffinerietypischer Produktion geprägt. Kriegsschäden, Leckagen und Havarien haben zu einem großräumigen Grundwasserschaden geführt, dessen Schadstofffahnen (BTEX, MKW, PAK, Phenole, LHKW) sich weit über die Werksgrenze hinaus erstrecken. Das ÖGP Hydrierwerk Zeitz umfasst eine Fläche von ca. 2,3 km² sowie angrenzende Außenflächen.
Erbrachte Leistungen:
- Planung und Fortschreibung des Untersuchungsprogramms für das Regel-Grundwassermonitoring
- Stichtagsmessung an 154 Grundwassermessstellen in zwei Grundwasserleiterkomplexen (GWL 18/50 und GWL 61)
- Grundwasserprobenahme an 50 Messstellen inkl. Packerprobenahmen
- Qualitätssicherung durch unangekündigte Vor-Ort-Audits und Labor-Audits
- Plausibilitätsprüfung aller Stichtagsmessungs- und Analysedaten
- Prüfung der Messstelleneignung nach DWA-A 908
- Auswertung der Grundwasserdynamik und Erstellung von Hydroisohypsenplänen (Kriging/Surfer, ArcGIS Pro)
- Bewertung der Grundwasserbeschaffenheit und Schadstoffverbreitung in mehreren Quelle-Fahne-Komplexen (BTEX, Benzol, LHKW, PAK, Alkylphenole)
- Bewertung von Natural-Attenuation-Prozessen (MNA): Nitrat- und Sulfatreduktion, Methanogenese
- Bilanzebenenbetrachtung und Schadstofffrachtenabschätzung an Bilanzebene 1 (Werksgrenze)
- Begleitung von Messnetzpflegemaßnahmen inkl. Rück- und Umbau von Grundwassermessstellen
- Fortschreibung des Gesamtkonzepts GW-Überwachung und Ableitung von Handlungsempfehlungen
Wesentliche Herausforderungen:
- Äußerst komplexe Hydrogeologie mit mehreren tertiären und quartären Grundwasserleitern sowie kleinräumig stark variierenden hydraulischen Verbindungen
- Großräumige Schadstofffahnen in mehreren Quelle-Fahne-Komplexen mit teilweise sehr hohen BTEX-Konzentrationen (> 50.000 µg/l) und unvollständiger Fahnenerfassung durch das bestehende Messnetz
- Laufende Baumaßnahmen auf dem Gelände (CEBC) mit eingeschränkter Zugänglichkeit von über 18 Messstellen während des Monitorings
- Komplexes Schadstoffspektrum inkl. Phenolatlaugenakkumulation im GWL 61 mit spezifischer Hydrogeochemie
- Integration eines neuen geologischen Strukturmodells (GEOmontan) in die laufende Monitoringauswertung und schrittweise Neuzuordnung der Messstellenfilterstrecken